Gehört zu: Astronomie Software
Siehe auch: Plate Solving, Bahnelemente, Asteroid, Grenzgröße
Stand: 08.04.2026
YouTube-Video von Daniel Nimmervoll: https://youtu.be/rROG4ykiYKQ?si=EaARAwARkBgR3G7l
Link zu: International Astronomical Search Collaboration (IASA)
Was ist Astrometrica?
Die Astro-Software Astrometrica dient im Kern der Positionsbestimmung der “Sterne” auf einem Astro-Foto. Anhand von Sternkatalogen und Bahnelementen kann dann eine Identifizierung der “Sterne” vorgenommen werden.
Astrometrica wurde von Herbert Raab entwickelt.
Die Software Astromentrica ist sog. “Shareware” und kann 100 Tage kostenlos genutzt werden. Danach ist ein Lizenzschlüssel erforderlich. So einen Lizenzschlüssel bekommt man z.B. direkt bei Herbert Raab für Euro 25.
Arbeitsschritte mit Astrometrica
1. Astrometrica herunterladen und installieren
Herunterladen von: https://www.astrometrica.at
Version: 4.16.4.468
2. Astrometrica konfigurieren: CFG-Datei erstellen
File=C:\Users\<userid>\AppData\Local\Astrometrica\Lyra.cfg
In Astrometrica eine CFG-Datei erstellen: Menü -> File -> Settings
2a. Tab “Observing Site” …….
2b. Tab “CCD” Pixelgröße und Brennweite: 4,8 μm pro Pixel (Sensor: Sony NEX-5R), f=136,3 mm (DSLR-Objektiv Olympus)
2c. Tab “CCD” Der Position Angle kann vorgegeben werden (ist nur eine Voreinstellung, kann später modifiziert werden)
2d. Tab “CCD” Color Band V (für visuelle Helligkeiten)
2e. Im Reiter “Program” stellen wir den gewünschten Sternkatalog ein z.B. UCAC-4
3. Das Astrofoto für Astrometrica konvertieren
Das Astrofoto muss ein ein Format umgewandelt werden, dass die Software Astrometrica als Input benötigt: FITS-Format und Graustufen.
Das kan man z.B. mit Fitswork machen:
3a. Das gestackte Bild in Fitswork laden (Im Beispiel: DK_20160603_8625-8633_3a.tif )
3b. Das Farb-Bild in 16 Bit Graustufen umwandeln: Menü -> Bearbeiten -> Farbbild in s/w umwandeln „Luma“
3c. Das Bild als 16 Bit FITS speichern (im Beispiel: DK_20160603_8625-8633_3a2.fit )
4. Plate Solving / Data Reduction
Astrometrica kann ein Plate Solving machen. Das heißt dort “Data Reduction“. Erforderlich dafür sind ungefähre Angaben (als Anfangswerte für ein Near Solving) zu den Koordinaten der Bildmitte und zum Drehwinkel.
Solche Anfangswerte bekommt z.B. in nova.astrometry.net oder AllSkyPlateSolver oder aus dem FITS-Header oder…
Bestimmen der Koordinaten des Bildzentrums (R.A. ud Dekl.) sowie des Drehwinkels mit nova.astrometry.net:
Das Bild DK_20160603_8625-8633_3a2.fit hat
- 7,26 “/Pixel (mit f = 135 mm sind das 4,75 μm pro pixel)
- Bildmitte; 18 48 46,7 +35 58 37
- Drehwinkel: Up is 92,7 Grad (267,3 Grad)
Mit diesen Anfangswerten ermittelt Astrometrica anhand des Sternkatalogs (und anhand der Bahnelemente der bekannten Asteroiden) die genauen Himmelskoordinaten (Rektaszension und Deklination) aller sternartigen Objekte auf dem Foto; diese nennt man “Known Objects“.
Mit Astrometrica und 4,8 μm pro Pixel ergibt sich:
- mit den 4,8 mu pro Pixel ist dann f = 136,3 mm
- Bildmitte: 18 48 46,8 +35 58 33 (das stimmt aufs Pixel genau)
- Drehwinkel (Position Angle): 272,2 Grad (da hat nova.astrometry.net nur gut geschätzt)
Diese so ermitteltem Known Objects können dann mit “Menü -> Tools -> Known Objects Overlay” über das Bild gelegt werden.
Wenn man sich sicher ist, kann man dann das Objekt auf dem Bild mit der rechten Masutaste anklicken und kommt in das Dialogfenster “Object Verification“.
Wenn so die Positionen (Rektaszension und Deklination) ermittelt sind und die Objekte auf dem Foto durch Sternkatalog bzw. Bahnelemente identifiziert und verifiziert wurden, können neben dem offiziellen Objekt-Namen weitere “Katalogwerte” zu jedem Objekt hinzugefügt werden (visuelle Helligkeit u.a.).
5. In Astrometrica: Bildverarbeitung
Astrometrica kann ein oder mehrere Bilder als Eingabe verarbeiten. Damit wird dann auch eine Blinkfunktion möglich.
5a. Das/die Bild(er (Menue: File -> Load Images) laden, das Bildzentrum und den Rotationswinkel eingeben.
5b. Berechnungen durchführen lassen: Menue -> Astrometry -> Data Reduction
5c. Bildmitte eingeben: R.A. und Decl. (Object Name leer lassen)
5d. Der Berechnungen dauern recht lange. Am Ende erscheint (häufig) die Meldung “Reference Star Match Error” mit der Möglichkeit “Continue with:”
- Manual Reference Star Match
- Automatic Reference Star Match using nnn Stars
- Present (possibly erroneous) Match
5e. Die Helligkeit steht hinter RA De als R = 9.5, für visuelle Helligkeiten muß im CCD Tab als Color Band V gewählt werden.
Damit wird das Bild gut gelöst und hat eine Grenzgröße von etwa mag 14.
